Discountzertifikate

Discountzertifikate – Einführung

Da sich viele Anleger noch nicht mit dem Thema Discountzertifikate auseinander gesetzt haben, möchten wir im Folgenden zunächst eine kleine Einführung dazu geben:

Beim Erwerb eines Discountzertifikates erhält der Anleger einen Preisnachlass (Discount) gegenüber dem zugrunde liegenden Basiswert. Dies bedeutet, dass der Kurs des Zertifikats bei Emission unter dem akt. Kurs des Basiswertes liegt.
Für diesen Preisnachlass verzichtet der Investor allerdings zum einen auf die Dividendenzahlungen und zum anderen auf Teile seines Gewinnpotentials, da das Discountzertifikat bei Emission mit einem CAP-Preis ausgestattet wird. Der CAP-Preis ist der größtmögliche Auszahlungsbetrag, welchen der Anleger erzielen kann. Dies bedeutet, dass das Gewinnpotential von vornherein begrenzt ist (Nachteile).

Die Vorteile hingegen überwiegen deutlich:
Der Preisnachlass, welchen der Käufer des Discountzertifikates erhält, kann als Risikopuffer gesehen werden. Das heißt, dass Verluste erst entstehen, wenn der Kurs des Basiswertes unter den Discount-Preis sinkt. Somit würde der Aktien-Investor schon Verluste erleiden, wenn der Basiswert nur leicht fällt, während der Discountzertifikate – Anleger noch diesen Puffer von ein paar % besitzt. Die Chance das Investment überhaupt mit einem Gewinn abzuschließen sind deutlich erhöht. Der Anleger von Discountzertifikaten profitiert also bereits von seitwärts tendierenden bzw. sogar leicht fallenden Basiswerten.
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Sie fragen sich nun sicherlich wie der Emittent diesen Discount finanziert. Auch dies werden wir Ihnen erklären:

Zum einen kauft der Emittent die Aktie, wenn Sie das Discountzertifikat kaufen (Covered Product). Dies bedeutet, dass er die Aktie in seinem Depot verwahrt und somit die Dividendenzahlungen erhält.
Jedoch reichen die Dividenden nicht aus um den Discount ganz zu finanzieren. Der Emi verkauft zusätzlich noch eine Call-Option mit Strike auf Höhe des CAPs. Übersetzt ist das so zu verstehen:
Liegt der Basiswert am Laufzeitende unter dem CAP / Strike, liefert der Emi dem Discountzertifikate Besitzer die Aktie. Die Call-Option verfällt wertlos. Steigt die Aktie bis zum Laufzeitende über den CAP / Strike, muss der Emittent jeden Euro, den der Basiswert über dem CAP liegt an den Options-Besitzer weiter geben.

Besonders die Finanzierung des Discounts erachte ich als sehr wichtig, da immer noch viele Privatanleger davon überzeugt sind, dass der Emittent gegen Sie handelt. Hier sieht man jedoch deutlich, dass es dem Emittenten völlig egal sein kann in welche Richtung sich der Basiswert entwickelt.

Mögliche Szenarien am Laufzeitende des Discountzertifikates:

  • Underlyingkurs notiert auf oder über dem Cap -> CAP-Preis = Auszahlungsbetrag (max. Rendite)
  • Underlyingkurs liegt zwischen dem Kaufpreis des Zertifikats und dem CAP -> Aktie wird geliefert (bei Indizes Rückzahlung in Geld, positive Rendite)
  • Underlyingkurs notiert unter dem Kaufpreis des Zertifikats -> Aktie wird geliefert (jetzt aber Verlust)

Zusammenfassend bedeutet dies:

Nur wenn der Kurs des Basiswertes bis zum Laufzeitende über den CAP-Preis steigt erzielt der Anleger im Basiswert ein besseres Ergebnis als der Investor im Discount-Zertifikat.

Chance / Risiko-Profil:

Konservativ

CAP-Preis < Underlyingkurs -> max Rendite, selbst wenn der Basiswert per Laufzeitende bis zum Cap sinkt.

Neutral

CAP-Preis = Höhe des Kurses im Basiswert -> max Performance, wenn das Underlying am Verfallstag des Zertifikats auf seinem aktuellen Stand oder darüber notiert

Offensiv

Cap-Preise > akt. Notierung des Basiswertes -> max möglicher Gewinn, wenn der Basiswert per Laufzeitende mindestens bis zum Cap- Preis gestiegen ist

Liegt CAP aber sehr weit weg, kann der Rabatt auf ein Niveau sinken, wo es sinnvoller wäre in den Basiswert direkt zu investieren (wegen Dividendenzahlungen)!

Abwandlung von Discount Zertifikaten

1. Discount Plus-Zertifikate

besitzen eine permanent aktive Barriere, die bei der Emission unterhalb des Kurses im Basiswert angesetzt wird. Wird diese Schwelle während der Laufzeit niemals vom Basiswert verletzt, so erhält der Anleger am Laufzeitende garantiert den Cap-Preis ausgezahlt, auch wenn das Underlying deutlich darunter notiert.

2. Discount Plus Pro-Zertifikaten

ist die Barriere hingegen nur in einem begrenzten Zeitraum vor dem Verfallstag aktiv, z.B. während des letzten Laufzeitmonats. Die garantierte Cap-Auszahlung erfolgt somit, wenn die Barriere lediglich in diesem relativ kleinem Zeitfenster nicht verletzt wird. Diese Variante ist tendenziell allerdings teurer.

3. Außerdem gibt es Discount-Zertifikate, denen gleichzeitig zwei oder mehr Basiswerte zugrunde liegen.

Am Laufzeitende zählt dann die Entwicklung des schwächeren Titels. Daher sollte man zu keiner der zugrunde liegenden Aktien eine negative Marktmeinung haben. Das deutlich höhere Aktienrisiko gegenüber einem einfachen Discount-Zertifikat führt zu höheren Preisabschlägen.

4. Rolling Discount-Zertifikate

Rolling Discount Zertifikate basieren auf einer dynamischen Investmentstrategie, die im Monatsrhythmus in aktuelle Discountzertifikate mit einer Restlaufzeit von einem Monat investieren. Hier handelt es sich also um ein Open End Zertifikat!

Der Preis eines Discountzertifikats hängt von den folgenden Faktoren ab:

  • Kurs des Basiswertes
  • Volatilität (steigende Volatilität -> sinkende Zertifikate-Preise)
  • Restlaufzeit
  • Zinsen (sinkende Zinsen -> steigende Zertifikate-Preise)
  • Dividenden (sinkende Dividenden -> steigende Kurse, wegen der Finanzierung)